Die Pflegebegutachtung durch den Medizinischen Dienst

  • Wie wird die Pflegebedürftigkeit festgestellt?
    Die Pflegekasse lässt vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung
    (MDK, siehe auch Kapitel 5.1 b), von anderen unabhängigen
    Gutachtern oder bei knappschaftlich Versicherten vom
    Sozialmedizinischen Dienst (SMD) ein Gutachten erstellen, um
    die Pflegebedürftigkeit und den Pflegeaufwand im Einzelnen zu
    ermitteln. Das geschieht in der Regel bei einem – zuvor angemeldeten
    – Hausbesuch eines Gutachters (Pflegefachkraft oder
    Arzt). Der Gutachter ermittelt den Hilfebedarf für die persönliche
    Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) sowie für die
    hauswirtschaftliche Versorgung. Es gelten bundesweit einheitliche
    Begutachtungsrichtlinien. Dabei gibt es für jede einzelne Tätigkeit
    Orientierungswerte zur Pflegezeitbemessung. Für die Feststellung
    der Pflegebedürftigkeit und die Zuordnung zu einer Pflegestufe
    ist allein der im Einzelfall bestehende individuelle Hilfebedarf
    maßgeblich.
    Die Orientierungswerte sind nur Anhaltsgrößen im Sinne eines
    Zeitkorridors. Sie sind für den Gutachter lediglich ein Instrument

  • zur Feststellung des individuellen Hilfebedarfs. Privat Versicherte
    stellen einen Antrag bei ihrem privaten Versicherungsunternehmen,
    die Begutachtung erfolgt dort durch Gutachter des Medizinischen
    Dienstes MEDICPROOF

  • Bei Kindern ist die Prüfung der Pflegebedürftigkeit in der Regel
    durch besonders geschulte Gutachter des Medizinischen Dienstes
    oder anderer unabhängiger Gutachter mit einer Qualifikation als
    Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger oder als Kinderarzt
    vorzunehmen. Bei der Feststellung von Pflegebedürftigkeit wird das
    hilfebedürftige Kind mit einem gesunden Kind gleichen Alters verglichen.
    Maßgebend für die Beurteilung des Hilfebedarfs bei einem
    Säugling oder Kleinkind ist nicht der natürliche altersbedingte Pflegeaufwand,
    sondern nur der darüber hinausgehende Hilfebedarf.

 

Quelle: Bundesgesundheitsministerium