Hausrufsysteme für den Notfall

Wer behindert oder schon älter ist und alleine lebt, hat mit einem Hausnotrufgerät Sicherheit, dass er in kritischen Situationen schnelle Hilfe erhält.

Die Wohlfahrtsverbände und freie Unternehmen bieten die entsprechenden Geräte inklusive der notwendigen Dienstleistung an. Wer einen Hausnotrufsystem haben möchte, braucht nur einen normalen Telefonanschluss und eine freie Steckdose.

Die Geräte bestehen aus einer Basisstation und einem Notrufarmband oder einer Notrufkette. Beide haben einen Knopf, den man im Notfall drücken kann und sofort wird eine Zentrale alarmiert. Dort erscheinen dann die Daten des Kunden, wie zum Bespiel Adresse, Krankheiten, Medikamente und Hausarzt.

Das Armband ist besonders zu empfehlen. Es sieht ähnlich aus wie eine Uhr und ist wasserdicht. Man kann es absolut immer tragen, auch beim Duschen etc., während das Halsband mit dem Alarmknopf nachts besser abgelegt wird, damit man sich im Schlaf nicht verheddert. Gerade nachts aber ist es am wichtigsten, einen Notrufknopf erreichen zu können.

In Deutschland wird von solchen Notrufsystemen noch zu wenig Gebrauch gemacht, u. a. auch weil die Kosten von der Krankenkasse nicht übernommen werden, wie zum Beispiel in Schweden oder Großbritannien. Bei uns werden lediglich für anerkannt Pflegebedürftige unter gewissen Voraussetzungen die Kosten von der Pflegekasse erstattet. In England hingegen werden die Kosten ab einem Alter von 65 Jahren übernommen. Eine britische Studie von 2007 zeigt, dass dadurch das britische Gesundheitssystem Milliarden einspart.

Viele Menschen lehnen ein Notrufgerät auch ab, weil sie sich damit kontrolliert fühlen, Das ist aber keineswegs so. Wir haben uns bei einem Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes informiert, wie der Hausnotruf funktioniert. Das Deutsche Rote Kreuz ist nicht der preiswerteste unter den Anbietern, hat aber die weitaus größte Kundenzahl.

Angeboten wird ein Basisgerät, das mit einer Notruftaste, einer Abwesenheitstaste und einer Tagestaste, die täglich gedrückt werden soll, versehen ist.

So funktioniert das Gerät:

  • Die Tagestaste aktiviert, sobald sie gedrückt wird, eine 24 Stunden-Zeituhr, Wird sie innerhalb von 24 Stunden nicht gedrückt, dann löst die Zeituhr Alarm in der Rot-Kreuz-Zentrale aus. Dort erscheinen dann die Daten des Kunden auf dem Bildschirm und man wird zunächst telefonisch versuchen, mit dem Kunden Kontakt aufzunehmen. Meldet er sich nicht, dann rückt der Rettungsdienst aus mit samt dem hinterlegtem Hausschlüssel. Die Schlüssel werden lediglich mit Nummern, nicht mit Adressen versehen, so dass sie nicht von falscher Seite benutzt werden können. Sollte der Rettungsdienst feststellen, dass der Kunde nur vergessen hatte den Tagesknopf zu drücken, dann ist das zumindest bei dem erwähnten Rote-Kreuz-Verband in der Monatspauschale mit abgedeckt.

  • Der Abwesenheitstaste  wird vor einer längeren Abwesenheit gedrückt. Sie deaktiviert lediglich die Zeituhr, die durch die Tagestaste bedient wird. Damit ist sicher gestellt, dass während der Zeit der Abwesenheit kein Alarm in der Zentrale aufläuft.

Die Kosten: Bei dem von uns befragten Ortsverband des Roten Kreuzes kostet dieses Leistungspaket monatlich knappe 40 Euro. Die einmalige Installation der Basisstation inklusive Armband- oder Halsbandsender kostet (Mitte 2010) ebenfalls rd. 40 Euro.

Man kann es billiger und teuerer haben: Billiger, wenn z. B. auf die tägliche Kontrollfunktion und die Schlüsselhinterlegung verzichtet wird, was beides aber die Schutzwirkung deutlich reduziert. Teuerer, wenn zusätzliche Leistungen ins Paket mit hinein genommen werden, etwa ein Arzneimittelbringdienst, ein Handwerkernotdienst, die Aufschaltung von Rauchmeldern etc. Dadurch werden die Geräte jedoch oft so kompliziert, dass sie z. B. viele Senioren abschrecken.

Folgende Wohlfahrtsverbände bieten Hausnotrufsysteme an:

 

Quelle: Wikipedia